Lebensdossier · 2026-07-03 · 6 Minuten
Was in ein Lebensdossier gehört
Ein Lebensdossier ist für jemanden, der noch lebt. Hinein gehören Dokumente, Kontakte, Besitz, Wünsche und der Name einer Vertrauensperson. Dokumente sind die Papiere, die ein anderer später finden können muss: Urkunden, Policen, eine Übersicht der Bank, nicht die Passwörter dazu. Kontakte sind die Menschen, die angerufen werden müssen, mit einer Telefonnummer, die stimmt. Besitz ist die Wohnung, die Konten, die Versicherungen und die Schulden, auf der Ebene einer Übersicht. Wünsche betreffen Pflege und Bestattung. Die Vertrauensperson ist diejenige, die mitlesen darf, solange Sie das einschalten. Mehr muss das Dossier am ersten Tag nicht sein.
Das Lebensdossier ist kein Testament. Ein Testament ist eine letztwillige Verfügung (uiterste wil), errichtet so, wie das Gesetz es verlangt, meist beim Notar. Eine Notiz in Ervazo, so sorgfältig sie auch ist, ist diese Urkunde nicht. Wer im Dossier schreibt, dass ein Kind das Haus bekommen soll, hält einen Wunsch fest, keine Erbeinsetzung (erfstelling). Der Notar errichtet die Urkunde oder stellt fest, dass es schon eine Urkunde gibt. Im Dossier notieren Sie, wo diese Urkunde liegt und bei welchem Büro, wenn Sie das wissen. Fehlt dieser Ort, ist das eine Aufgabe, kein Grund, den Wunsch als Testament zu behandeln.
Es ist auch kein Ersatz für den Notar. Der Notar beurkundet, stellt eine Erklärung über das Erbrecht (verklaring van erfrecht) aus und beurteilt Fragen zu Annahme, Vermächtnis (legaat) und Pflichtteil (legitieme portie). Ervazo bewahrt, was Sie eingeben, und ordnet es. Es entscheidet nicht, ob ein Text rechtsgültig ist. Nutzen Sie das Dossier, um den Termin beim Notar vorzubereiten: welche Papiere es gibt, wer die Kinder sind, ob es eine frühere Urkunde gibt. Nehmen Sie die Software nicht als Antwort auf eine Frage mit, die nur der Notar beantworten kann. Eine leere Frage im Dossier ist dann ehrlicher als eine selbst geschriebene Klausel.
Was Sie ausfüllen, darf unvollständig sein. Eine unbekannte Bank ist eine offene Antwort, kein erfundenes Konto. Einen Wunsch, den Sie noch nicht haben, lassen Sie leer. Die Vorlage eines Lebensdossiers fragt nach Person, Pflege, Bestattung, Geld und Digitalem, und leere Antworten dürfen später kommen. Einmal im Jahr gehen Sie durch, ob die Namen und die Papiere noch stimmen. Eine Vertrauensperson, die umgezogen ist, eine Police, die geendet hat, ein Hausarzt, der aufhört: das ändern Sie im Dossier, nicht in einem losen Brief, den niemand wiederfindet. Das Dossier ist brauchbar, wenn es aktuell ist, nicht wenn es dick ist.
Ein Lebensdossier enthält Dokumente, Kontakte, Besitz, Wünsche und eine Vertrauensperson. Es ist kein Testament und ersetzt den Notar nicht. Was Sie hineinsetzen, ist eine Ordnung für Sie selbst und für die Person, die mitlesen darf. Ob ein Wunsch später in eine Urkunde muss und ob die Übersicht vollständig genug für einen Nachlass ist, bleibt eine Frage außerhalb der Software. Dies ist keine Rechtsberatung und keine Steuerberatung. Für die Urkunde gehen Sie zum Notar. Für die Steuer, wenn sie später ansteht, gehen Sie zum Belastingdienst oder zu einem Berater, nicht zu diesem Dossier allein.